Tipps für Lehrende

Dr. Andrea Klein gibt in ihrem für Lehrende sehr hilfreichen Blog wissenschaftliches-arbeiten-lehren.de ihre Erfahrungen bei der Prozessbegleitung von wissenschaftlichen Arbeiten weiter. Sie schreibt über die speziellen Herausforderungen, die das Fach „Wissenschaftliches Arbeiten“ in der Lehre mit sich bringt, in dem es nicht nur um Zitierregeln geht:

„Es ist Sozialisation, es ist Ankommen in der Hochschulwelt mit ihren besonderen Gepflogenheiten (…) Oft werden im Laufe der Semester aus planlosen und überforderten Anfängern routinierte und gleichzeitig ideenreiche Nachwuchswissenschaftler. Sie haben sich eine neue Welt erschlossen.“

 

Wissenschaftliches Schreiben in einer Fremdsprache

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Was ist Mehrsprachigkeit und wie wirkt sie sich auf (wissenschaftliche) Schreibprozesse aus?

Wie geht es Studierenden mit nicht-deutscher Erstsprache, die an
einer deutschsprachigen Universität studieren? Wie geht es deutschsprachigen Studierenden, die ihre Abschlussarbeiten in der Zweit-/Fremdsprache Englisch verfassen müssen?

Was müssen Leitende universitärer Lehrveranstaltungen, die
Schreibprozesse von Studierenden begleiten und/oder
Schreibprodukte beurteilen, beachten, wenn sie diese Studierenden  beim wissenschaftliches Schreiben begleiten?

Dr.Sara Hägis Lecture „Mehrsprachigkeit und wissenschaftliches Schreiben: Möglichkeiten, Grenzen und Konsequenzen“ beantwortet einige Fragen rund um Mehrsprachigkeit & wissenschaftliches Schreiben. Die Videoaufzeichnung des ca.35minütigen Vortrags gibts hier.

Interessante Überlegungen zur Wissenschaftssprache Deutsch stellt Kathrin Miglar in ihrem Artikel „German as an academic language“ an.

Am 5.April startet ein neuer Durchgang des Seminars „frei geschrieben international“ mit Anna Ladurner & Eva Karel. Hier kannst du deinen Schreibprozess (in der Zweit-/Fremdsprache) optimieren. Bist du dabei?

Bildquelle: „Ertappt“, Distant World Gallery, http://distantworlds.de/newgallery/displayimage.php?album=7&pos=9

Tag der Befreiung der verlorenen Seminararbeiten

Du wolltest schon immer mal deine Seminararbeit anderen online zur Verfügung stellen und so dein erlangtes Wissen mit der ganzen Welt teilen? Aber wie funktioniert Open Knowledge und Open Access?

Stefan Kasberger, Christopher Kittel und Sonja Fischbauer zeigen dir, wie`s geht: „Zu Beginn des WS konvertieren wir gemeinsam das Dokument in ein offenes Dateiformat und fügen Informationen hinzu, damit man auch im Nachhinein noch weiß, woher es kommt (sogenannte Metadaten). Nach der Einführung in offene Urheberrechts-Lizenzen können wir dann auch schon das Dokument befreien. Damit es dann auch andere
im Web einfach erreichen können, laden wir es danach in ein Open Data Repository hoch.“

Am 7. April von 13-18h findet in Wien, im DLE Forschungsservice und Nachwuchsförderung, Seminarraum 2, Berggasse 7, 1090 Wien ein Workshop statt: der Tag der Befreiung der verlorenen Seminararbeiten.

Die TrainerInnen sind:

Stefan Kasberger, Open Science Koordinator bei Open Knowledge Austria, Gründer von openscienceASAP und Training Manager bei ContentMine.

Christopher Kittel, Gründer von openscienceASAP und Training Manager bei ContentMine

Sonja Fischbauer arbeitet für Open Knowledge Austria und ist selbständig im Bereich digitale Kommunikation

 

 

Für wen schreibst du deine Masterthese?

Wer wird, wer soll deinen Text lesen? Der Adressat deines Textes ist eine wichtige Komponente im Schreibprozess. Denn: “Zu wissen, für wen man schreibt, heißt, zu wissen, wie man schreiben muss.” (Virginia Woolf)

Als Studierende hast du beim Schreiben deiner Diplomarbeit in der Regel deinen Betreuer  als Leser im Kopf. Ich höre oft von Studierenden, dass sie das Gefühl haben, nur fürs Regal zu schreiben – “Das liest ja eh nie jemand” – oder gar ins Leere zu schreiben. Dass der Betreuer die Masterthese nicht nur lesen, sondern auch kritisch beurteilen wird, kann einschüchtern und den Schreibfluss hemmen, besonders wenn es unsensible Kommentare des Betreuers zu (oft noch sehr rohen) Textproben des Studierenden gibt.

Neben dem realen Betreuer als Leser haben die meisten von uns gedachte Adressaten im Kopf. Peter Elbow nennt diese kritischen inneren Stimmen “readers in the head”, die Personen repräsentieren, die in der Vergangenheit unsere Texte bewertet und kritisiert haben. Bei vielen meiner KursteilnehmerInnen waren es oft rotstiftschwingende Deutschlehrer/innen, deren kritische Stimmen zu so massiven Schreibhemmungen geführt haben, dass das Schreiben im Studium als unüberwindbare angsteinflößende Hürde erscheint.

Wie kannst du mit den kritischen inneren und äußeren Stimmen umgehen, so dass sie dich beim Schreiben nicht behindern?

Mir hat beim Schreiben meiner eigenen Diplomarbeit geholfen, mir als Leser/innen andere Studierende vorzustellen, die Jahre später nach einem guten Überblick über die von mir gewählte Methode der Heidelberger Strukturlegetechnik zur Erfassung Subjektiver Theorien recherchieren werden🙂 Ich habe also nicht nur für meine Betreuerin geschrieben, sondern auch für die Scientific Community. Wie dieses leserorientierte Schreiben funktioniert, d.h. wie du den Leser mit Metaformulierungen durch den Text leiten kannst und wie dadurch der vom Betreuer geforderte rote Faden sichtbar wird, kannst du lernen, z.B. hier

Während des Schreibens kannst du dir auch einen freundlichen Adressaten vorstellen, einen “friendly reader”. Das kann z.B. eine wohlwollende Studienkollegin sein. Um mit dem inneren Kritiker gut zurecht zu kommen, hilft, ihn beim Schreiben deiner ersten Fassung gedanklich wegzuschicken und erst später, wenn es ans Überarbeiten geht, wieder einzuladen, kritisch deinen Rohtext zu betrachten.

Johanna Vedral

Schreiben heißt Überarbeiten

Kennst du das? Du bist voller Ideen für deine Masterthese und setzt dich mit frischem Schwung zum Schreibtisch. Doch kaum hast du zwei Sätze geschrieben, bist du unzufrieden, beginnst zurück zu lesen und an diesen Sätzen herum zu feilen. Das Verb passt nicht, und dieser Satz klingt noch viel zu ähnlich wie das Originalzitat, das du mühselig in ein indirektes Zitat umgewandelt hast. Außerdem kannst du doch nicht schon wieder einen Satz mit „Laut Mayer (2012)…“ beginnen… Und schon ist es vorbei mit der Schreiblust.

Stopp! Beim Schreiben ist beides wichtig – freies Schreiben und Überarbeiten.

Schreiben ist Ausdruck eines fortschreitenden Denkprozesses. Beim Schreiben geht es nicht darum, etwas fertig Gedachtes niederzuschreiben, sondern schon mit den ersten Überlegungen zu schreiben zu beginnen. Publikationsfertige Texte werden nicht sofort produziert, vielmehr entstehen zuerst Rohtexte („first drafts“), die mehrfach überarbeitet werden. „Schreiben heißt überarbeiten“ ist eine Erkenntnis der Schreibdidaktik, die Schreibende sehr entlastet (Aschemann, 2007).

Überarbeiten ist wichtig und notwendig, um aus einem mäßigen Rohtext einen wirklich guten Text zu machen, aber bitte beginn nicht zu früh damit, sonst überarbeitest du deinen zarten Rohtext zu Tode…Zu frühes Überarbeiten ist eine häufige Ursache für Schreibschwierigkeiten. Die gute Nachricht: Überarbeiten ist ein Handwerk, das erlernt werden kann!

Achte daher darauf, die Phasen des freien Schreibens und Phasen des Überarbeitens zeitlich zu trennen, um dich nicht durch deinen eigenen Perfektionismus in den Schreibstillstand oder eine Schreibblockade hinein zu manövrieren. Du könntest z.B. am Vormittag eine Stunde frei schreiben und erst am Abend oder besser noch am nächsten Tag diesen Text kritisch überarbeiten.

Erlaube dir, einen „shitty first draft“ zu schreiben – denn dieser erste Entwurf wird sowieso noch überarbeitet!

Und wenn du grad am Zweifeln bist, ob dein Text jemals fertig wird:
„The one characteristic that productive writers do hold in common is persistence, even when they are struggling with their work and with their own doubts about their ability“, sagt Steve Hjortshoj in „Understanding Writing Blocks“

Mehr Tipps & Tricks bei Schreibblockaden gibst in Kerstin Hoffmanns Gratis-Ebook „Blogparade gegen Schreibblockade

In diesem Sinne wünsch ich einen guten Start in die neue Schreibwoche🙂
Johanna Vedral

Wie finde ich Zeit fürs Schreiben meiner Masterthese?

Wie schaffe ich es, neben Fulltimejob, Kindern und Fortbildungen meine Abschlussarbeit/ mein Buch zu schreiben? Eine Frage, mit der viele Studierende ins Coaching kommen. Eine Frage, die auch für erfahrene Autor/innen immer wieder herausfordernd ist.

Ein größeres Textprojekt wie eine Masterthese, ein Sachbuch oder ein Roman wird dich voraussichtlich 6 bis 12 Monate oder länger beschäftigen. Wie soll sich das nur ausgehen? Der Tag hat nun mal nur eine begrenzte Anzahl an Stunden… Und du hast ja auch noch ein Leben neben dem Schreiben… Stopp! Bevor du jetzt weitergrübelst, einfach drauflosschreibst oder dir Stress erzeugende unrealistische Deadlines setzt, nimm dir eine Stunde Zeit.

Du hast keine ganze Stunde Zeit? Dann fang mal mit einer halben Stunde an. Dafür hast du auch keine Zeit? Dann probier es mal mit 15 Minuten. Du kannst die folgenden Schreibübungen auch in 15-Minuten-Sessions angehen. Oder hast du dafür auch keine Zeit?

Wenn du nicht wenigstens 15 Minuten täglich Zeit findest, dich mit deiner Masterthese zu befassen, wird es noch lange dauern, bis du dieses Projekt abhaken kannst.

Also, starte mit 15 Minuten:

Zeit fürs Schreiben finden/ Übungen für 4 x 15 Minuten

  1. Cluster: Du brauchst deinen Kalender und ein paar Bögen Papier, am besten A3. Beginne mit einem Cluster, welche Projekte du in den nächsten 12 Monaten verwirklichen möchtest. Markiere farbig, wo die größte Freude und Dringlichkeit ist. Welche Projekte sind vorrangig?
  2. Freewriting: Wenn du von all den Projekten nur drei verwirklichen könntest, welche sind das? Und warum?
  3. Freewriting: Wenn du von all den Projekten nur eines verwirklichen könntest, welches ist das? Deine Masterthese? Oder etwas anderes? Warum?
  4. Nimm deinen Kalender zur Hand. Was steht schon in deinem Kalender? Welche anderen Projekte hast du am Laufen? Wie sieht es mit deinen Kapazitäten aus? Wie viele Stunden pro Woche, wie viele Schreibeinheiten kannst du in deinem Leben fürs Schreiben freischaufeln? Was kannst du umschlichten, verschieben oder weglassen, damit ein weiteres Projekt in dein Leben hineinpasst?

Markiere einen nächsten Termin für deine Masterthese/ dein Schreibprojekt in deinem Kalender. Am besten auch gut eine Stunde, um dir Überblick über Milestones, Zwischen-Deadlines etc. zu verschaffen.

Hilfreiche Begleiter: Schreiben muss keine einsame Angelegenheit sein! Gemeinsam in einer motivierenden Gruppe funktioniert Zeitmanagement, Durchhalten und Dranbleiben besser als allein. Die nächste Gruppe für Studierende, die ihre Abschlussarbeit mit Schwung und Strategie angehen wollen, startet am Di. 21. April, 16:00 in Wien. Bis 7.April gibt’s den Frühbucherpreis!

Johanna Vedral

Die Magie der Morgenseiten

Schreibstudio

Wenn du dein Schreiben verbessern oder dich auf ein Leben als Schreibende einlassen möchtest: Schreibe täglich! Am besten beginnst du diese Gewohnheit mit den Morgenseiten. Die Autorin Julia Cameron („The Artist’s Way“ , auf Deutsch „Der Weg des Künstlers“) nennt diese drei Seiten am Morgen, bei denen es um nichts anderes geht, als sich frei zu schreiben von dem Geplapper und Gezeter im Kopf, auch „unrühmliche Gehirnentleerung“. Sie sagt, erst durch die Morgenseiten werde es möglich, den ganzen Müll wegzuschreiben, der einen am Kreativsein hindere. Und das funktioniere am besten in der Früh, noch vor allen anderen Tätigkeiten.

In meinen Seminaren höre ich oft, dass diese Morgenseiten wegen der Kinder oder anderer Umstände nicht so leicht umgesetzt werden könnten. Es ist auch nicht jedermanns Sache, 20 oder 30 Minuten früher aufzustehen, um Morgenseiten zu schreiben.

Da es für die Schreibpraxis aber wichtig ist, regelmäßige Schreibzeiten im Alltag zu etablieren…

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Welcher Schreibtyp bist du?

Schreibst du nach dem Lustprinzip, mal hier, mal dort? Bist du ein Mehrversionenschreiber? Oder planst du deine Texte akribisch durch und arbeitest dann deine to-do-Listen ab?

Egal, welches deine bevorzugte Schreibstrategie ist – irgendwann kommst du beim Schreiben ins Stocken. Da tut es gut, es einmal mit einer anderen Schreibstrategie zu versuchen, damit dein Schreiben wieder in Schwung kommt.

Das Team des Schreibzentrums in Frankfurt/ Main präsentiert die unterschiedlichen Schreibstrategien grafisch ansprechend im 5minütigen Video „Was sind Schreibstrategien?“

Johanna Vedral

Write@Night!

Komm zur  Schreibnacht write@night am Mi 4.Februar 2015, 20 – 22:00!

Am Teaching Center Campus WU haben WU-Studierende eine ganze Nacht lang  die Möglichkeit, sich mit aktuellen wissenschaftlichen Schreibprojekten zu befassen und mehr darüber zu erfahren, wie man akademisch arbeitet und schreibt.

Wir vom writers`studio unterstützen die Studierenden mit einem Gratis-Vortrag zum Thema Bachelorarbeit schreiben mit Schwung und Strategie und mit Gratis-Einzelcoachings.

Johanna Vedral & Michaela Muschitz

6 Tipps fürs Schreiben der Diplomarbeit aus verhaltenspsychologischer Sicht

Schreiben ist eine Form von „verbal behavior“, sagt der US-amerikanische Verhaltens-Psychologe B.F. Skinner in seinem klassischen Vortrag für Studierende „How you discover what you have to say” (Skinner, 1981)
Wie können wir unser Schreib-Verhalten effizienter gestalten? Wie sollte das Selbst-Management beim Schreiben der Diplomarbeit und anderen Schreibprojekten aussehen?

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