Wissenschaftliches Schreiben in einer Fremdsprache

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Was ist Mehrsprachigkeit und wie wirkt sie sich auf (wissenschaftliche) Schreibprozesse aus?

Wie geht es Studierenden mit nicht-deutscher Erstsprache, die an
einer deutschsprachigen Universität studieren? Wie geht es deutschsprachigen Studierenden, die ihre Abschlussarbeiten in der Zweit-/Fremdsprache Englisch verfassen müssen?

Was müssen Leitende universitärer Lehrveranstaltungen, die
Schreibprozesse von Studierenden begleiten und/oder
Schreibprodukte beurteilen, beachten, wenn sie diese Studierenden  beim wissenschaftliches Schreiben begleiten?

Dr.Sara Hägis Lecture „Mehrsprachigkeit und wissenschaftliches Schreiben: Möglichkeiten, Grenzen und Konsequenzen“ beantwortet einige Fragen rund um Mehrsprachigkeit & wissenschaftliches Schreiben. Die Videoaufzeichnung des ca.35minütigen Vortrags gibts hier.

Interessante Überlegungen zur Wissenschaftssprache Deutsch stellt Kathrin Miglar in ihrem Artikel „German as an academic language“ an.

Am 5.April startet ein neuer Durchgang des Seminars „frei geschrieben international“ mit Anna Ladurner & Eva Karel. Hier kannst du deinen Schreibprozess (in der Zweit-/Fremdsprache) optimieren. Bist du dabei?

Bildquelle: „Ertappt“, Distant World Gallery, http://distantworlds.de/newgallery/displayimage.php?album=7&pos=9

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Tag der Befreiung der verlorenen Seminararbeiten

Du wolltest schon immer mal deine Seminararbeit anderen online zur Verfügung stellen und so dein erlangtes Wissen mit der ganzen Welt teilen? Aber wie funktioniert Open Knowledge und Open Access?

Stefan Kasberger, Christopher Kittel und Sonja Fischbauer zeigen dir, wie`s geht: „Zu Beginn des WS konvertieren wir gemeinsam das Dokument in ein offenes Dateiformat und fügen Informationen hinzu, damit man auch im Nachhinein noch weiß, woher es kommt (sogenannte Metadaten). Nach der Einführung in offene Urheberrechts-Lizenzen können wir dann auch schon das Dokument befreien. Damit es dann auch andere
im Web einfach erreichen können, laden wir es danach in ein Open Data Repository hoch.“

Am 7. April von 13-18h findet in Wien, im DLE Forschungsservice und Nachwuchsförderung, Seminarraum 2, Berggasse 7, 1090 Wien ein Workshop statt: der Tag der Befreiung der verlorenen Seminararbeiten.

Die TrainerInnen sind:

Stefan Kasberger, Open Science Koordinator bei Open Knowledge Austria, Gründer von openscienceASAP und Training Manager bei ContentMine.

Christopher Kittel, Gründer von openscienceASAP und Training Manager bei ContentMine

Sonja Fischbauer arbeitet für Open Knowledge Austria und ist selbständig im Bereich digitale Kommunikation

 

 

Für wen schreibst du deine Masterthese?

Wer wird, wer soll deinen Text lesen? Der Adressat deines Textes ist eine wichtige Komponente im Schreibprozess. Denn: “Zu wissen, für wen man schreibt, heißt, zu wissen, wie man schreiben muss.” (Virginia Woolf)

Als Studierende hast du beim Schreiben deiner Diplomarbeit in der Regel deinen Betreuer  als Leser im Kopf. Ich höre oft von Studierenden, dass sie das Gefühl haben, nur fürs Regal zu schreiben – “Das liest ja eh nie jemand” – oder gar ins Leere zu schreiben. Dass der Betreuer die Masterthese nicht nur lesen, sondern auch kritisch beurteilen wird, kann einschüchtern und den Schreibfluss hemmen, besonders wenn es unsensible Kommentare des Betreuers zu (oft noch sehr rohen) Textproben des Studierenden gibt.

Neben dem realen Betreuer als Leser haben die meisten von uns gedachte Adressaten im Kopf. Peter Elbow nennt diese kritischen inneren Stimmen “readers in the head”, die Personen repräsentieren, die in der Vergangenheit unsere Texte bewertet und kritisiert haben. Bei vielen meiner KursteilnehmerInnen waren es oft rotstiftschwingende Deutschlehrer/innen, deren kritische Stimmen zu so massiven Schreibhemmungen geführt haben, dass das Schreiben im Studium als unüberwindbare angsteinflößende Hürde erscheint.

Wie kannst du mit den kritischen inneren und äußeren Stimmen umgehen, so dass sie dich beim Schreiben nicht behindern?

Mir hat beim Schreiben meiner eigenen Diplomarbeit geholfen, mir als Leser/innen andere Studierende vorzustellen, die Jahre später nach einem guten Überblick über die von mir gewählte Methode der Heidelberger Strukturlegetechnik zur Erfassung Subjektiver Theorien recherchieren werden 🙂 Ich habe also nicht nur für meine Betreuerin geschrieben, sondern auch für die Scientific Community. Wie dieses leserorientierte Schreiben funktioniert, d.h. wie du den Leser mit Metaformulierungen durch den Text leiten kannst und wie dadurch der vom Betreuer geforderte rote Faden sichtbar wird, kannst du lernen, z.B. hier

Während des Schreibens kannst du dir auch einen freundlichen Adressaten vorstellen, einen “friendly reader”. Das kann z.B. eine wohlwollende Studienkollegin sein. Um mit dem inneren Kritiker gut zurecht zu kommen, hilft, ihn beim Schreiben deiner ersten Fassung gedanklich wegzuschicken und erst später, wenn es ans Überarbeiten geht, wieder einzuladen, kritisch deinen Rohtext zu betrachten.

Johanna Vedral